Von Herzklopfen zur Panikattacke
Wenn Angst zur Krankheit wird
Kleine Kinder fangen an zu weinen, wenn sie Mama oder Papa im Supermarkt aus den Augen verlieren. Jugendlichen klopft das Herz beim ersten Vorstellungsgespräch. Und Autofahrer bekommen bei einer Vollbremsung einen heftigen Adrenalinstoss. All diese Reaktionen sind ein Zeichen von Angst vor bedrohlichen, ungewissen oder unkontrollierbaren Situationen. Ein biologischer Mechanismus, der unseren Vorfahren in freier Wildbahn das Leben sicherte.
Angstgefühle entstehen meist dann, wenn man vertraute Wege verlässt. Bei manchen Menschen treten aber auch in ganz normalen Alltagssituationen Ängste auf: in der Warteschlange im Supermarkt, im Fahrstuhl oder Bus. Ihnen klopft das Herz bis zum Hals, sie fangen an zu schwitzen. Oft folgen Schwindel und Ohnmachtsgefühle. Die Angst überfällt sie ungewöhnlich stark und hält oft noch lange nach der auslösenden Situation an. Die Attacken treten immer häufiger auf und sind nicht mehr kontrollierbar. In diesem Fall spricht man von einger Angststörung.
Krankhafte Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Weltweit leiden rund 400 Millionen Menschen darunter. In Luxemburg gibt es schätzungsweise 25.000 Betroffene. Davon werden viele Menschen von einer Phobie geplagt, sie haben z. B. Angst vor engen Räumen, Tieren oder auch vor anderen Menschen.
Das muss nicht sein, denn gegen die Angststörung gibt es wirksame Therapieverfahren, allen voran die Verhaltenstherapie, und auch Selbsthilfegruppen die sich diesen Menschen annehmen.
Ängste und Phobien, sowie Zwänge sind aber nicht nur ein persönliches und gesundheitliches Problem, sondern auch ein Kostenfaktor. Viele Millionen Euro verliert die Wirtschaft jährlich, weil Arbeitnehmer unter Ängsten leiden und zeitweise oder langfristig nicht arbeiten können. Hinzu kommen hohe Ausgaben durch Fehldiagnosen und damit verbundene falsche Therapien.
Phobien und Angststörungen werden oftmals nicht richtig erkannt und dementsprechend falsch behandelt. Wer unter Ängsten leidet, zieht sich oft in sein Schneckenhäuschen zurück.
Familie und Freunde stehen der Krankheit häufig hilflos gegenüber oder reagieren mit Unverständnis. Die Folge: Zu den Attacken kommen oft noch depressive Verstimmungen dazu.
Selbsthilfegruppen sind ein guter Ausweg aus dem Dilemma. Zum einen erfahren Betroffene, dass es vielen Menschen genauso geht wie ihnen. Zum anderen ist es hilfreich, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Ziel der Initiative ist es, sich gegenseitig zu unterstützen und Mut zu machen. Sinnvoll sind Gruppen, in denen die Teilnehmer ihre Ängste aushalten lernen und neues Selbstvertrauen entwickeln.
L.K.
weitere Informationen erhalten Sie bei der Selbsthilfegruppe L.A.S.H. asbl
Info-Telefone: 52 45 90 - 59 45 90 - 26 58 19 58
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